Es gibt Sätze, die treffen nicht nur den Kopf – sondern direkt das Nervensystem. Dieser hier ist so einer.
Spirit without action is fantasy. Action without spirit is struggle.
Für mich steckt darin eine stille Wahrheit, die ich in meinem Leben immer wieder gespürt habe:
Wenn ich nur träume, aber nicht losgehe, bleibt mein Leben in einer Art innerem Wartezimmer stehen. Und wenn ich nur mache, funktioniere, abarbeite und durchhalte, dann verliere ich den Kontakt zu mir selbst – und alles wird schwer.
Viele Menschen denken dann: „Ich bin zu schwach.“
Oder: „Ich brauche mehr Disziplin.“
Aber oft ist die Wahrheit eine andere:
Du brauchst nicht mehr Druck.
Du brauchst mehr Verbindung.
Und genau hier beginnt Nervensystemarbeit.
Wenn dein Nervensystem am Limit ist, fühlt sich alles wie Kampf an
Vielleicht kennst du das:
- du bist schnell gereizt oder überfordert
- du willst Dinge angehen, aber dein Körper blockiert
- du bist müde, obwohl du eigentlich genug geschlafen hast
- du hast das Gefühl, du bist innerlich nicht mehr richtig „da“
- du fühlst dich leer, angespannt oder dauerhaft auf Alarm
- selbst kleine Aufgaben wirken plötzlich riesig
Das hat nicht automatisch etwas mit „fehlender Motivation“ zu tun.
Es ist oft ein Zeichen dafür, dass dein System gerade nicht nach mehr Leistung ruft, sondern nach Sicherheit.
Denn unser Nervensystem bewertet nicht nach To-do-Listen, sondern nach innerem Zustand:
➡️ Fühle ich mich sicher?
➡️ Fühle ich mich getragen?
➡️ Habe ich Ressourcen?
➡️ Kann ich mich entspannen oder muss ich kämpfen?
Wenn dein Nervensystem überreizt ist, wird selbst das, was du eigentlich möchtest, zu einer inneren Anstrengung.
Dann wird „Action“ zu „Struggle“.
Spirit + Action ist kein Mindset-Spruch – es ist Selbstführung
Dieser Satz ist für mich nicht einfach Motivation.
Er ist eine Erinnerung an ein Prinzip, das viele Traditionen kennen – auch schamanische Wege:
Wenn dein Inneres nicht mitgeht, bringt dich jedes Tun aus dem Gleichgewicht. Und wenn du nur innerlich schwebst, aber nicht handelst, bleibt es ein Traum.
Selbstführung bedeutet deshalb nicht „noch härter werden“.
Selbstführung bedeutet:
✅ Ausrichtung (Spirit) und
✅ konkrete Schritte (Action)
In deinem Tempo. Mit Gefühl. Und mit einem Nervensystem, das wieder in Regulation kommt.
Was bedeutet „schamanische Impulse“ im Coaching?
Das Wort „schamanisch“ wird heute sehr unterschiedlich genutzt. Für mich bedeutet es nicht, dass etwas mystisch sein muss, um wirksam zu sein.
Schamanische Impulse sind für mich eher:
- körpernah statt kopflastig
- erfahrbar statt theoretisch
- regulierend statt pushend
- verbindend statt bewertend
Es geht um die Rückkehr zu dem, was uns oft verloren geht, wenn wir lange stark sein mussten:
✨ Präsenz
✨ Erdung
✨ Rhythmus
✨ Klang
✨ Atem
✨ Natur
✨ Beziehung
Viele dieser Werkzeuge sind so alt wie die Menschheit selbst und gleichzeitig hochmodern, wenn wir sie unter dem Blickwinkel des Nervensystems betrachten.
Bioakustische Resonanz: Warum Klang so beruhigt
Ein besonders kraftvoller schamanischer Impuls ist Klang.
Nicht als Performance, sondern als Regulation.
Summen, Tönen, Singen, rhythmisches Atmen – all das kann den Körper in einen Zustand bringen, in dem er wieder umschaltet:
von Alarm → in Ruhe
von Spannung → in Lösung
von Kopf → in Körper
Du musst dafür nichts „können“.
Deine Stimme muss nicht schön sein.
Dein Nervensystem interessiert das nicht.
Es interessiert nur:
Ist da etwas, das mich wieder zusammenführt?
Ein einfaches Summen auf „Mmmmm“ kann wie ein innerer Schalter wirken:
Es beruhigt, weil es dich zurückholt – in den Körper, in den Moment.
Das Feld: Warum du manchmal spürst, dass du „nicht ganz da“ bist
Viele Menschen erleben Phasen, in denen sie sagen:
„Ich weiß, ich sollte dankbar sein… aber ich fühle nichts.“
„Ich bin da, aber ich bin nicht richtig drin.“
„Ich bin irgendwie wie abgeschnitten.“
Schamanisch würde man manchmal sagen:
Ein Teil von dir ist noch im Gestern.
Oder ein Teil ist nach innen gegangen, um dich zu schützen.
Psychologisch würde man es oft als Schutzmechanismus erklären:
Überforderung, Dissoziation, emotionales Abschalten, Freeze.
Egal welche Sprache du nutzt – die Lösung beginnt meistens an derselben Stelle:
✅ nicht noch mehr Druck
✅ nicht noch mehr „du musst nur“
sondern:
Wieder Kontakt. Wieder Sicherheit. Wieder Präsenz.
Warum Pferde so heilsam auf unser Nervensystem wirken
Pferde sind für mich die ehrlichsten Lehrer, wenn es um Regulation geht. Sie reagieren nicht auf das, was du sagst. Sie reagieren auf das, was in dir passiert.
Pferde spüren:
- bist du angespannt
- bist du klar
- bist du präsent
- bist du weg
- bist du in Verbindung oder in Kontrolle
Und genau deshalb können sie Nervensystemarbeit so tief unterstützen:
Sie laden dich nicht ein, „besser“ zu werden.
Sie laden dich ein, echter zu werden.
Nicht perfekt.
Sondern präsent.
Innere-Kind-Arbeit am Pferd: Sicherheit statt Leistung
Viele Menschen tragen innere Muster in sich, die nicht im Kopf entstehen – sondern im Körper. Das „innere Kind“ ist dafür ein sehr verständliches Bild: ein Anteil in uns, der nach Sicherheit, Orientierung und Verbindung sucht.
Pferde sind dafür besondere Co-Regulatoren – nicht weil sie „therapieren“, sondern weil sie sofort spürbar machen, was in uns passiert:
- Bin ich angespannt oder weich?
- Will ich kontrollieren oder vertrauen?
- Halte ich mich zurück oder bin ich in Kontakt?
In der pferdegestützten Begleitung kann dadurch etwas entstehen, das viele im Alltag lange vermissen: ein Gefühl von „ich darf da sein“ – ohne funktionieren zu müssen.
Das Nervensystem lernt nicht über gute Vorsätze. Es lernt über neue Erfahrungen. Und manchmal reicht ein einziger ruhiger Moment am Pferd, um innerlich wieder Boden zu finden.
Nicht perfekt sein. Nur präsent.
3-Minuten-Impuls: Von Struggle zu Führung
Wenn du dich gerade innerlich unruhig, erschöpft oder blockiert fühlst, probier diese Mini-Praxis:
1) Hand aufs Herz + Bauch (10 Sekunden)
Setz dich hin, eine Hand auf die Brust, eine auf den Bauch.
Atme einmal tief ein und langsam aus.
2) Summen (30–60 Sekunden)
Summ ganz leise auf „Mmmm“.
Nicht laut. Nicht stark.
Einfach nur so, dass du es in dir spürst.
3) Der Satz (3x innerlich oder leise)
Sprich den Satz:
Wenn ich nur träume, bleibe ich stehen.
Wenn ich nur funktioniere, verliere ich mich.
Und ergänze dann (ganz sanft):
„Heute wähle ich beides.
Ich gehe einen kleinen Schritt – mit Herz.“
4) Ein kleiner Schritt (1 Minute)
Frag dich zum Abschluss:
👉 Was ist ein kleiner nächster Schritt, der mich heute weiterbringt – ohne mich zu überfordern?
Das kann sein:
- eine Nachricht schreiben
- eine Sache erledigen
- 10 Minuten Ordnung machen
- eine Entscheidung treffen
- 15 Minuten rausgehen
- oder auch bewusst pausieren
Selbstführung heißt nicht: mehr tun.
Selbstführung heißt: richtig handeln – aus dem richtigen Zustand.
Einladung: Du musst das nicht allein tragen
Wenn du dich in diesen Worten wiedererkennst, dann ist das kein Zufall. Vielleicht ist es ein Zeichen, dass du nicht „mehr pushen“ musst – sondern dich neu ausrichten darfst.
Manchmal braucht es nicht die nächste Methode. Sondern eine Begleitung, die dich erinnert:
✨ Du bist nicht falsch.
✨ Du bist nicht zu spät.
✨ Du bist nur müde vom Kämpfen.
Wenn du spürst, dass du dein Nervensystem stabilisieren möchtest und gleichzeitig wieder in deine innere Führung kommen willst, begleite ich dich gern – ruhig, klar und Schritt für Schritt.
Spirit + Action. Ohne Kampf.
🤍


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